Altersbedingte Makuladegeneration
Definition | Makula | Symptome | Risikofaktoren | Vorsorge | Selbsttest | Formen (trocken - feucht) | Therapie | Erblindung möglich? | Kontrolle | Hilfe | Links

 

Was ist eine altersbedingte Makuladegeneration?

Es handelt sich dabei um eine Erkrankung der Netzhautmitte (Makula), welche Menschen ab einem gewissen Alter (meist über 70 Jahre) betrifft und das Sehen zunehmend verschlechtert.

 

Was ist die Makula?

Die Makula (auch Gelber Fleck genannt) befindet sich in der Mitte der Netzhaut. Ihr Durchmesser beträgt nur wenige Millimeter. Sie ermöglicht das scharfe Sehen (Lesen) und das Erkennen von Farben.

 

Wie äussert sich eine Makuladegeneration?

  • durch verschwommenes Sehen
  • Gesichter werden nicht mehr richtig erkannt
  • gerade Linien werden als Wellenlinien wahrgenommen
  • Lesen wird zunehmend schwieriger
  • Farben wirken blasser
  • Was fokussiert wird, erscheint als grauer Fleck
 

Gibt es Risikofaktoren für die Makuladegeneration?

Ja, es gibt 4 Hauptrisikoursachen:

  1. Alter
  2. Je älter jemand ist, desto grösser ist das Risiko, an einer Makuladegeneration zu erkranken.

    Ab dem 70. Lebensjahr leiden ca. 20% der Menschen an einer Makuladegeneration.

    Ab dem 85. Lebensjahr sind es ca.45%.

  3. Rauchen
  4. Wer 1 Paket Zigaretten pro Tag raucht, verdoppelt sein Risiko, an einer Makuladegeneration zu erkranken

  5. Sonneneinstrahlung
  6. Wichtig ist eine gute Sonnenbrille (und dies schon ab der Kindheit!)

  7. Vererbung
  8. Wenn in der Familie jemand, z.B. der Vater oder die Mutter, bereits an einer Makuladegeneration erkrankt ist, ist das Risiko für die Kinder höher, ebenfalls daran zu erkranken.

   

Kann ich einer Makuladegeneration vorbeugen?

Entsprechend der Risikofaktoren kann vorgebeugt werden durch:

  • Nikotin-Stopp
  • gute Sonnenbrille
  • gesunde und ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse
  • Regelmässige Kontrollen der Augen beim Augenarzt nach dem 40. Lebensjahr
 

Kann ich die Funktion der Makula selber testen?

Ja, mit dem Amsler-Gitter-Test. Damit kann man frühe Veränderungen des Sehens feststellen, die man sonst nicht bemerken würde.


 

Gibt es verschiedene Formen der Makuladegeneration?

Es werden 2 Hauptformen unterschieden:

  1. Trockene Form
    • Macht 80-90% aus.
    • Es kommt zu weisslich-gelben Ablagerungen (angesammelte Abfallprodukte des Stoffwechsels) in der Netzhautmitte. Man nennt sie auch Drusen oder "Altersflecken". Diese werden immer dichter und zerstören die Sehzellen und das Sehen zunehmend.
    • Verläuft schleichend, über viele Jahre bis Jahrzehnte.
  2. Feuchte Form
    • Komplikation: Wenn eine trockene in eine feuchte Form übergeht.
    • Unter den Altersflecken kommt es zur Bildung von krankhaften Gefässen, welche leicht bluten und nässen können (daher die Bezeichnung "feucht").
    • Macht 10-20% aller Makuladegenerationen aus.
    • Aggressive Verlausform mit plötzlicher und schwerer Sehverschlechterung.
    • Wichtig: Hier sollte möglichst schnell eine Therapie begonnen werden! Je früher, desto besser die Prognose!
 

Welche Therapien gibt es gegen eine Makuladegeneration?

Eine Heilung ist bis heute leider nicht möglich. Die Therapie besteht darin, das Fortschreiten der Erkrankung aufzuhalten resp. zu bremsen.

Therapie der trockenen Makuladegeneration:

  • Sonnenbrille
  • Nikotinstopp
  • Nahrungsergänzung mit Vitaminen, Mineralstoffen und Lutein:
    In verschiedenen Studien konnte gezeigt werden, dass durch die Einnahme zusätzlicher Vitamine, Mineralstoffe und Lutein (eine normale gesunde Ernährung genügt nicht) das Fortschreiten der Makuladegeneration z.T. verzögert werden konnte.

Therapie der feuchten Makuladegeneration:

  • Laserkoagulation mit Zerstörung der neugebildeten Blutgefässe (und leider z.T. der umliegenden gesunden Netzhaut).
  • Photodynamische Therapie (PDT): Dabei wird ein Medikament (Verteporfin) in die Venen gespritzt, welches sich in den krankhaften Gefässen der Netzhautmitte anreichert. Mittels Laser werden dann gezielt nur die schädigenden Blutgefässe zerstört.
  • Medikamente (VEGF-Hemmer wie z.B. Lucentis) werden direkt ins Auge gespritzt und blockieren die krankhaften Gefässe. Diese Therapie ist die neueste und die mit den besten Resultaten!

Wichtig: Die Forschung arbeitet intensivst an neuen Therapiemöglichkeiten!

   

Werde ich blind, wenn ich an der Makuladegeneration erkranke?

Nein. Das zentrale Sehen wird zerstört, nicht aber das äussere Gesichtsfeld. Damit kann man die Umgebung weiterhin wahrnehmen.

 

Ich leide an einer fortgeschrittenen Makuladegeneration, bei welcher man medizinisch nichts mehr machen kann. Soll ich weiterhin in augenärztliche Kontrolle?

Ja, unbedingt. Das zentrale Sehen, die Makula ist zerstört. Aber das äussere Gesichtsfeld ist intakt, weshalb man nicht blind ist.

Dieses Gesichtsfeld könnte aber durch eine andere Erkrankung des Alters, das Glaukom, zusätzlich zerstört werden. Daher sind weitere regelmässige Kontrollen beim Augenarzt von grösster Wichtigkeit.

 

Wo finde ich weitere Hilfe?

Es gibt spezialisierte Beratungsstellen und Optiker, welche Betroffene und ihre Angehörigen eingehend beraten. Dies insbesondere bei der Beschaffung von geeigneten Hilfsmitteln, welche den Alltag einfacher machen: Lupenbrillen, Bildschirmlesegeräte, Grossdruckbücher, Hörbücher, sprechende Uhren, grossformatige Jasskarten etc., optimale Beleuchtung, Beratung betreffend Kostenübernahme durch AHV, Reisevergünstigungen für Begleitpersonen, Verbesserung der Mobilität, Selbsthilfegruppen etc.

   

Links

Fachstelle Sehbehinderung Zentralschweiz
www.fs-z.ch

Schweizerischer Blinden- und Sehbehindertenverband
www.sbv-fsa.ch

Retina Suisse
www.retina.ch


Zusammenfassung Makuladegeneration (PDF, 88 KB)